Jenny Löb, geboren 1878 in Mutterstadt als Johanna Löb, heiratete 1901 Bernhard Löb. Zusammen mit Bernhards unverheiratetem Bruder Adolf betrieben sie ein Eisenwarengeschäft in der Neustadter Straße 2, wo sie ab 1936 auch wohnten. Zuvor hatte die Familie in der Speyerer Straße 119 gewohnt, wo vermutlich ihre Kinder Marie und Adolf Jakob geboren wurden. Die Familie war im Dorf angesehen und wohlhabend. Im Oktober 1940 wurden Bernhard und Jenny zusammen mit den anderen jüdischen Bürgern von Mutterstadt nach Gurs deportiert. Beide beantragten später die Freilassung, um zu Purita Loeb nach Rodez zu gehen. Bernhard wurde nach Les Milles und dann nach Nexon verlegt, wo er am 30. Dezember 1942 starb. Jenny wurde in das Auswandererlager Hotel Bompard in Marseille gebracht, später nach Nexon und Masseube, wo sie im August 1944 befreit wurde. 1947 wanderte sie in die Vereinigten Staaten aus und starb 1953 in New York. Auch Adolf Löb wurde aus Masseube befreit, wanderte in die USA aus und starb 1970 in New York.
Adolf Löb, geboren am 25. November 1872 in Mutterstadt, war Kaufmann und betrieb zusammen mit seinem jüngeren Bruder Bernhard, genannt „Benni“, das Eisenwarengeschäft A. & B. Löb in der Neustadter Straße. Er war unverheiratet und gehörte der Eisenfront an, was ihn zur Zielscheibe der aufstrebenden Nationalsozialisten machte. 1932 rief die örtliche NSDAP zum Boykott des jüdischen Eisenwarengeschäfts Löb auf, und im Februar 1938 waren Adolf und Bernhard gezwungen, das Geschäft zu schließen. Während des Novemberpogroms wurde ihr Haus in der Neustadter Straße 2 von SS-Männern und Einheimischen gewaltsam verwüstet, während die Familie im Rathaus festgehalten wurde. Im Oktober 1940 wurde Adolf nach Gurs deportiert. Er durchlief mehrere Lager, darunter Les Milles, Rivesaltes und Masseube, wo er 1944 befreit wurde. 1947 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus, wurde 1953 amerikanischer Staatsbürger und starb 1970 in New York.
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